4. Politischer Frühschoppen

 

Zu Beginn zeigte Dr. Verlinden am Beispiel der Erneuerbaren Energien die Abhängigkeit von Handwerkern, die energiesparende Maßnahmen bauen können und wollen und Kunden, die in solche Maßnahmen investieren wollen. Sie können und dürfen nicht, weil das neue EEG zum Beispiel nicht mehr die erneuerbaren Energien fördert, sondern den Bestand der Kohle- und Atomwirtschaft garantiert.

In der angeregten Diskussion ging es um Ausgleichsflächen für Baumaßnahmen, die nach Ansicht der Grünen ortsnah angelegt werden und in Katastern registriert werden sollen, um E- Autos, die zwar ein Schritt in die richtige Richtung sind, aber die Probleme im Verkehrssektor, wie Schwerlastverkehr, fehlende ÖPNV-Anbindung, Ausweisung von Parkflächen etc. sicher nicht lösen wird und um Wasserstofftechnologie für die Energiewende.

In der zweiten Hälfte der Veranstaltung ließ sich Dr. Verlinden zu 2 wichtigen Themen im Landkreis, der amazon-Ansiedlung in Winsen und der Decatur-Brücke zwischen Maschen und Hörsten, die zum 01.10. komplett gesperrt werden soll, informieren.

Zwar wird amazon rund 1.500 Arbeitsplätze vornehmlich im Niedriglohnbereich schaffen, aber voraussichtlich keine Steuern bezahlen. Die Stadt Winsen muss dafür unter anderem das zusätzliche Verkehrsaufkommen bewältigen. Der ohnehin schon starke Druck auf günstigen Wohnraum wird ebenfalls weiter zunehmen.

Die Decatur- Brücke kann nicht weiter betrieben werden, weil sich 2011 Berechnungsgrundlagen geändert haben. Nach diesen neuen Grundlagen wäre die Brücke auch 1972 nicht genehmigt worden. Auf Basis der 1972er Berechnungsrichtlinien wäre die Brücke auch heute noch standfest. Die Deutsche Bahn hat die Brücke der Gemeinde geschenkt, so dass die Gemeinde die gesamten Kosten von voraussichtlich von weit über 30 Mio.€ für Abriss und Neubau allein tragen muss. Das kann die Gemeinde nicht.
5. September 2016
In dieser Situation hat die Gemeinde die Sperrung der Brücke zum 31.10. beschlossen, da sie das Betriebsrisiko für die Brücke nicht tragen will. Sie schneidet mit dieser Maßnahme den Ortsteil Hörsten und den Bahnhof Maschen von Maschen ab.

Die Deutsche Bahn droht für diesen Fall mit Schadensersatzforderungen, da die Gemeinde verpflichtet sei, die Zuwegung zu den Grundstücken auf dem Rangierbahnhof zu gewährleisten. Matthias Clausen, grünes Ortsratsmitglied in Maschen, Horst und Hörsten, erklärte den Teilnehmern diese Zusammenhänge sehr klar und verständlich. Dr. Julia Verlinden sagte zu, die Verkehrspolitiker in der grünen Bundestagsfraktion zu informieren. Daneben werden im Landkreis Möglichkeiten zur Lösung dieses Problems auf Landes- und Kreisebene gesucht.

Nach der Veranstaltung besichtigte Dr. Verlinden die Decatur-Brücke mit Matthias Clausen, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Matthias Clausen berichtete u.a. von Bahn-internenTunneln unter dem Bahnhof, die zwar von ortsansässigen Handwerkern regelmäßig benutzt werden, bei mehreren Abteilungen der Bahn aber kaum bekannt sind.

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