Mäusebekämpfung an Deichen gefährlich für Tiere?

Wir haben eine Anfrage zur schriftlichen Beantwortung und zumAusschuss für Umwelt und Klimaschutz am 07.11.19 gestellt:

In einem Artikel im Wochenblatt vom 5.10.19 wird über die Nagerbekämpfung auf den Deichen berichtet. Dabei soll Ratron Giftweizen eingesetzt werden. Laut Auskunft des Deichverbandes „werde der Wirkstoffinnerhalb von 1-3 Stunden vollständig abgebaut und verursache deshalb keine Sekundärvergiftungen.“

Auf der Internetseite www.pflanzenschutz-information.de finden sich zu dem Mittel unter anderem folgende Informationen:

Anwendungsbestimmungen:

NT802: Keine Anwendung in Vogel- und Naturschutzgebieten.

NT803: Keine Anwendung auf Rastplätzen von Zugvögeln während des Vogelzuges.

NT820: Keine Anwendung in Vorkommensgebieten des Feldhamsters sowie der Haselmaus, Birkenmaus und Bayerischen Kleinwühlmaus.

NW704: Aufgrund der Gefahr der Abschwemmung muss bei der Anwendung zwischen der behandelten Fläche und Oberflächengewässern – ausgenommen nur gelegentlich wasserführender, aber einschließlich periodisch wasserführender – ein Sicherheitsabstand von mindestens 10 m eingehalten werden.

Gefahrenhinweise:

H410: Sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung. Sonstige Auflagen:

NT658: Haustiere fernhalten.

NT668: Falls während und nach Bekämpfungsmaßnahmen tote oder sterbende Ratten oder Mäuse gefunden werden, sind diese sofort wegzuräumen, um Sekundärvergiftungen vorzubeugen.

NT671: Das Mittel ist sehr giftig für Vögel und Wild.

Daher fragen wir: Wie wird angesichts der dargestellten Anwendungsbestimmungen, Gefahrenhinweise und Auflagen der ordnungsgemäße Gebrauch des Mittels sichergestellt? Wir bitten um Beantwortung dieser Frage in Bezug auf alle die dargestellten Punkte.

Begründung: In Bezug auf Haustiere in Begleitung ihrer Besitzer mögen Hinweistafeln gegebenenfalls eine Wirkung entfalten. Jedoch gibt es die Erfahrung, dass mit dem Gift behandelte Mäuse nicht in ihren Gängen, sondern nach Aufnahme des Giftes oftmals oberirdisch verenden. Dies würde eine Gefährdung ihrer Beutegreifer oder von Aasfressern nach sich ziehen.

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