Planlos in die Klimakrise?

Kreistag fasst halbherzige Beschlüsse zum Klimaschutz

Der Kreistag im Landkreis Harburg hat sich am Mittwoch den 20.1. in seiner ersten Online-Sitzung unter anderem mit einem Antrag der Gruppe Grüne/Linke zum Thema Klimaschutz beschäftigt.

Wenn der drohende Klimawandel abgewendet werden soll, müssen zum einen CO2-Emissionen vermieden werden, andererseits Erneuerbare Energien vermehrt genutzt werden. Bei der Vermeidung von Emissionen spielt die Wärmedämmung von Gebäuden eine wichtige Rolle, da ein gut isoliertes Gebäude einen geringeren Energiebedarf hat. Dies hat die Bundesregierung erkannt und fördert ab Juli 2021 die Erstellung hochgedämmter Gebäude durch Zuschüsse von 15-20 % auf die Investitionen, um so einen Anreiz für Klimaschutzmaßnahmen zu geben. Bei der Sanierung von Gebäuden betragen diese Zuschüsse sogar 40-45 %.

Unverständlich ist hier, warum CDU und FDP es ablehnen, für neue Gebäude oder Sanierungen im Altbestand die höheren Energiestandards EH 55 oder EH 40 für die Gebäude des Landkreises umzusetzen. Durch die Zuschüsse würden Mehrkosten im Bau aufgefangen, die zukünftigen Energiekosten wären geringer als bei schlechterem Wärmeschutzstandart.

Die zweite Komponente für Klimaschutz ist, die Erzeugung erneuerbarer Energien zu intensivieren. Zum Beispiel durch die Installation von Fotovoltaik auf Dachflächen. Der Antrag: bei neu geplanten Gebäuden ist die Installation auf alle Fälle von Beginn an mit einzuplanen. Bei Sanierung im Bestand sollte auf alle Fälle auch geprüft werden, ob eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach nachgerüstet werden kann.

Auch dieser Forderung wollte die konservative Mehrheit nicht folgen. Warum? Einer der Kommentare in der Diskussion: „Es gibt wichtigere Sachen als dieses Thema“.

„Ich habe den Eindruck, dass vielen Ignoranten noch nicht bewusst ist, welche Folgen der Klimawandel für unsere Welt haben wird. Je weniger wir dagegen tun, desto schlimmer werden Temperaturextreme und ihre Auswirkungen wie Dürren, Starkregen und Hurrikans, steigende Meeresspiegel und die sich daraus ergebenden Probleme für die Erdbevölkerung,“ sagt Elisabeth Bischoff. „Ich würde mir wünschen, dass die drohenden Gefahren erkannt werden. Nur wenn wir bald aktiv werden, auch im Landkreis Harburg, besteht überhaupt noch eine Chance, die drohenden Gefahren abzumildern. Wir sind die Generation, die hier aktiv werden muss!“

Nur die Punkte 1 und 5 unseres Antrags bekamen eine Mehrheit im Kreistag.

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2 Kommentare

    1. Antwort von Lisa Bischoff: Sowohl in Buchholz als auch im gesamten Landkreis muss noch viel Bewußtsein für die Klimakrise wachsen, damit wir ihr etwas Wirksames entgegensetzen können.