Welchen Beitrag leistet der Ostring zum Klimaschutz?

Das Bundesverfassungsgericht hat im März 2021 klargestellt, dass das gegenwärtige Klimaschutzgesetz der Bundesregierung nicht geeignet ist, die nötigen Klimaziele zu erreichen. Daher muss dieses Klimagesetz nachgebessert werden. Dies bedeutet aber nicht nur eine Aufgabe für die Bundesregierung. Diese muss zwar Rahmenbedingungen schaffen für eine Klimawende. Die nötigen Maßnahmen dafür müssen aber in den Ländern, Kreisen und Kommunen beschlossen und umgesetzt werden. Dafür müssen alle getroffenen und zu treffenden Beschlüsse darauf hin überprüft werden, ob sie geeignet sind, ein Baustein auf dem Weg zum nötigen 1,5 Grad-Ziel zu sein.
In diesem Zusammenhang stellt Lisa Bischoff folgende Anfrage:

Welchen Beitrag kann die Planung und der Bau der östlichen Umfahrung von Buchholz zur Erreichung des notwendigen Ziels der Klimaneutralität – bis 2040 nach Beschluss des Landkreises – leisten,

  1. als Beitrag zur nötigen Mobilitätswende?
  2. als Beitrag zur Reduzierung der Flächenversiegelung und der Flächenkonkurrenz, auch im Hinblick auf die Landwirtschaft?

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10 Kommentare

  1. Der Ostring der Stadt Buchholz ist nicht geeignet zur Klimaschutz beizutragen.
    Durch diese Maßnahme wird ein wichtiges Gebiet, das zur Reduzierung der Folgen des Klimawechsels erforderlich beaeitigt.
    Im übrigen sorgt die dort vorhandene Grün- und Waldfläche einschl. eines Gewässers für die nächtliche Abkühlung der in den Gebäuden und Straßen gespeicherten Wärme.
    Ist ist als ein Negativ- Effekt.
    Karl- Heinz Kühl, Dipl. Ing. Energie- und Umwelttechnik

  2. Wortdefinition lt. Wikipedia: „Als Verkehrswende (Mobilitätswende) wird der Prozess bezeichnet, Verkehr und Mobilität auf nachhaltige Energieträger, sanfte Mobilitätsnutzung und eine Vernetzung verschiedener Formen des Individualverkehrs und des öffentlichen Personennahverkehrs umzustellen.“
    Wie kann denn der Bau von mehr Straßen zur Mobilitätswende beitragen? Das ist doch schon ein Widerspruch in sich….

    1. Genau! Straßen bauen in Zeiten von Klimakrise ist paradox. Allerdings plant die aktuelle Kreistagsmehrheit und die Ratsmehrheit in Buchholz diese Straße. Mit meiner Anfrage möchte ich dies hinterfragen und bin sehr auf die Antwort gespannt.

      Elisabeth Bischoff, Mitglied des Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz im LK Harburg

  3. Der Ostring leistet ebenso keinen Beitrag zur Mobilitätswende, wie zu Stickoxid-Reduzierung…. siehe EuGH-Urteil vom 03.06.21.

    1. Danke für das aktuelle, interessante Urteil. Arbeiten wir daran, dass viele Menschen davon erfahren und zukünftig sich für Politiker entscheiden, die Klimabelange in ihren Entscheidungen mehr berücksichtigen.

      Elisabeth Bischoff, grünes Mitglied des Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz im LK Harburg

  4. Schon mit den jetzigen Straßen und dem jetzigen Verkehr ist der CO2 Ausstoß zu hoch (in Buchholz haben wir mit den jetzigen Gegebenheiten unser CO2 Budget in 5,5 Jahren verbraucht).
    Statt dazu zu bauen, müssen wir das Vorhandene sanieren, rückbauen, entsiegeln.
    Wenn wir damit jetzt, endlich beginnen (zB mit einem Straßenmoratoium oder einem Baustopp), werden uns spätere, krasse Einschnitte evtl erspart bleiben.

  5. Ich kann mich meinen Vor-Kommentierenden nur anschließen:
    Der Buchholzer Ostring ist das genaue Gegenteil zu Klimaschutz! U.a. soll CO2-bindender und somit für den Klimaschutz wertvoller Plaggeneschboden zerstört werden – von einigen wunderschönen, großen und vielen kleineren Bäumen mal ganz abgesehen. Die enorme Flächenversiegelung widerspricht außerdem Umwelt- und (in Niedersachsen gerade erst erkämpften) Artenschutzgesichtspunkten. Aber auch die menschliche Gesundheit wird durch den Ostring gefährdet: Durch die Zerschneidung der Landschaft ausgerechnet in einem Kalt- und Frischluftentstehungsgebiet wird riskiert, dass in immer heißer werdenden Sommern nicht mehr genügend Abkühlung in den Buchholzer Stadtbereich gelangen kann und die Bevölkerung entsprechend zu leiden haben wird: Laut SZ ist einer aktuellen Studie zufolge der Klimawandel die Ursache für jeden dritten Hitzetod. Außerdem wächst das Risiko, dass durch Hitze neue Infektionen auftauchen können.
    Leider hat es der Großteil der Buchholzer (und Kreistags-) Politiker noch nicht verstanden: Wir brauchen echte Alternativen zum MIV, gerade, weil ca. 70% des Verkehrs in Buchholz verbleibender Kurzstrecken- und eben kein Durchgangsverkehr ist. Durch geeignete Maßnahmen wie Ausbau der Buslinien und Förderung des (sicheren!) Rad- und Fußverkehrs würden die (mal ganz ehrlich: gar nicht so dramatischen) Stausituationen in Buchholz von ganz allein verschwinden und diejenigen, die doch unbedingt das Auto nutzen müssen, wieder ganz bequem durchfahren können. Und nicht vergessen: Autofahrer, die nach Benutzung eines Teilstücks des Ostrings letztlich doch wieder nach Buchholz hineinfahren wollen, werden dies dann an anderen Nadelöhren wie der Lüneburger oder der Bendestorfer Straße tun müssen – und dort wieder in einem Stau landen.
    Was übrigens viele Ostringbefürworter sicher nicht wissen: Die aktuelle Ostringplanung muss sich zur Rechtfertigung einer vermeintlichen Ostring-Sinnhaftigkeit eines Taschenspielertricks bedienen, um überhaupt genügend Verkehr für den Ostring generieren zu können: Die Kirchenstraße soll nämlich eine 20-km-Zone und somit für den Durchgangsverkehr unattraktiv gemacht werden! Andererseits wird der Ostring diverse Anbindungen haben, die ihrerseits für eine Verlangsamung des Verkehrs auf dem Ostring sorgen werden.
    Fazit: nicht nur ist der Ostring eine lokale Klimakatastrophe, er zeichnet sich außerdem durch Dutzende von Millionen verschlingende Sinnlosigkeit aus!

    1. Wir sind alle gespannt, was die Kreisverwaltung auf die Anfrage der Grünen antwortet! Auflösung am 7.6. In der Sitzung des Umweltausschusses, aber erst ganz am Schluss unter Anfragen. Ggf. auch erst im Protokoll, wenn über die Grünabfälle zu lange diskutiert wird.

  6. Für die Politik – auch bei uns im Landkreis – hat leider das Eine (Straßenbau, Gewerbe- und Neubaugebiete) mit dem Anderen (Klimaschutz, 1,5°-Ziel erreichen) gar nichts zu tun. Allein schon der Bau der Ortsumfahrung setzt CO2 frei und durch die Nutzung wird man bestenfalls eine Verlagerung des Verkehrs feststellen, aber sicher keine Verringerung (mehr Straßen bewirken mehr Verkehr, war schon immer so). Planung und Bau der östlichen Umfahrung von Buchholz wird das Erreichen der Klimaneutralität unnötig verzögern.